Die Zusammenarbeit des MfMK München in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle zu Kiel „Kunstturner“, 1997

Unbearbeiteter Scan der Einladungskarte des MfMK München in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle zu Kiel.

(Bis 2014 nur im Internet.

Wegen Umbau bis 2014 geschlossen.)

MfMK München in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle zu Kiel

Kunst und Sport 1997

Kunstturner der Uniwettkampfmannschaft am Schwebebalken, am Seitpferd und Boden.

Presse:

kru, Anruf genügt oder das Museum im Kopf, in: Kieler Nachrichten, Sonnabend, 27. September 1997, Nr. 226, S.16.

„Er hat Goya ausgestellt und alle kamen: 600 Besucher hatten sich zur Ausstellungseröffnung in der Bremer Weserburg eingefunden. Aber die Großausstellung des spanischen Malers entpuppte sich als Ein-Bild-Show. Eine einzige Zeichnung Goyas hing, laut aktueller Expertenmeinung auch noch eine Fälschung. Hans-Peter Porzner hat sich diesen Coup erlaubt. Nach seiner Aussage reagierten die Besucher nach anfänglicher Verstörung mit Verständnis.

Wie er das nur schafft, das lässt sich nur ahnen. Es muss eine Mischung aus Intelligenz, guten Umgangsformen, einer fundierten Bildung und leidenschaftlichem Engagement für die Kunst sein, die so viele für Porzner und sein Projekt einnnimmt. Dieses Projekt heißt Museum für Moderne Kunst München und hat dortselbst am Museumsplatz 5 seinen Sitz. Noch nie gehört? Dabei besteht das Haus schon seit acht Jahren. Ein hochkarätiges Ausstellungsprogramm, Podiumsdiskussionen und Symposien werden von München aus organisiert. Als Direktor schaltet Porzner mit seinem zehnköpfigen Team Anzeigen in großen Kunstzeitschriften, um sein Projekt bekannt zu machen. Gesponert wird er von Daimler Benz, von der Deutschen Post, von der Landesgirokasse und anderen finanzkräftigen Unternehmen.

Die haben offenbar keine Probleme damit, daß mit Porzners Museum etwas Entscheidendes nicht stimmt. Es existiert nur in der Phantasie und will dort und nur dort seinen Platz behaupten. „Wenn ich ein reales Museum übernehmen würde“, sagt Porzner, „dann hätte ich keine finanziellen Probleme“. Aber er will nicht.

In der Schausammlung des 19. Jahrhunderts und 20. Jahrhunderts der Kunsthalle sind Stellwände installiert. Dort hängen Einladungskarten des Museums, die seit Mitte der 80er Jahre verschickt werden. Auch hier Verwirrung allenthalben: Der Leonardo auf der Einladungskarte wird als W. Clement verkauft und für die Baselitz-Schau wird hintersinnig mit dem Photo einer Tropfsteinhöhle geworben, wo Stalagmiten von der Decke wachsen. Über  Kopf sozusagen.

Eine intelligente Eulenspiegelei? Ein straff durchorganisierter Angriff auf den Kunstbetrieb und seine Perversionen? Das alles, aber noch mehr. Hans-Peter Porzner will der Kunst den Zauber zurückbringen. Er fragt. Welchen Sinn Großausstellungen machen, für die teure Leihgaben um die Welt geflogen werden. Welchen Erinnerungswert solche Ausstellungen überhaupt noch haben, die absolviert werden, wie die Einladung zum Sektempfang. Porzner ist aber weit entfernt von plumper Anklage. Er votiert wie vor ihm Malraux für die Imagination, für die Bilder im Kopf. Die haben ihm schon eine Menge Ärger in der Wirklichkeit beigebracht, denn er benutzt Namen, Firmen und alles, was er braucht für seine Zwecke. Drei Anwaltskanzleien beraten ihn in heiklen Fragen. Prozesse hat er viele geführt. Gewonnen hat er alle. Wer eingeladen möchte zu den Ausstellungen des Modernen Museums in München, kann anrufen: Telefon 089/431 52 23 oder eine Nachricht hinterlassen.

Eröffnung, Sonntag, 16 Uhr. Museumsdirektoren im Dialog: Hans-Peter Porzner und Hans-Werner Schmidt dazu Kunstturner der Uniwettkampfmannschaft am Schwebebalken, Seitpferd und Boden.

kru, Kieler Nachrichten, Kultur, Montag, 29. September 1997, Nr. 227, S.23.

„Zur Eröffnung turnten Sportlerinnen der Uni-Wettkampfmannschaft.“

Ausstellungseröffnung in der Kunsthalle.

Porzner und die Einbildungskraft.

Es ist eine kleine Sensation, die da gestern nachmittag in der Kieler Kunsthalle so en passant verkündet wurde. Heide Simonis und Georg Baselitz stellen gemeisam aus.  In ihrer Gemeinschaftsschau präsentieren sie Bilder, die in ihrer ‚gebrochenen Ästhetik die Beziehung von Kunst und Alltag reflektieren‘. Die Einführung zu dieser Schau gab Hans-Peter Porzner, Direktor des Museums für Moderne Kunst München. ‚Die Bilder von Simonis und Baselitz‘, ‚arbeiten mit der Einbildungskraft des Betrachters‘. Also alles nur Imagination? Alles gelogen? Nicht für Porzner, der als Direktor eines imaginären Museums das Unmögliche möglich macht. Er brachte nicht nur Simonis und Baselitz als Künstlerduo in Kiel zusammen, sondern ließ zu seiner Gedanken-Akrobatik auch physische Entsprechungen folgen: Kunstturner von der Uni-Wettkampfmannschaft zeigten ihre meisterhaften Kunstfiguren am Seitpferd, am Schwebebalken und am Boden. Porzner und sein Projekt des imaginären Museums stieß in Kiel auf reges Interesse. Was denn eigentlich so brisant daran sei, daß er drei Anwaltskanzleien beschäftigen  müsse, war nur eine der Fragen. Porzner nannte ein drastisches Beispiel. Nachdem …“

Andreas von Randow, Hans-Peter Porzner „Das Projekt“ in der Kunsthalle zu Kiel 28. 9.-9.11. 1997, in: Visus Nr. 3, September 1997, Zeitgenössische Kunst in Schleswig-Holstein. „… Jedoch läßt sich Porzner nicht auch vereinnahmen, indem er beispielsweise einen Sponsoren-Pool für sein Museum für Moderne Kunst aufgebaut hat? Die Ausstellung in der Kunsthalle zu Kiel versteht er als eine Dokumentation des abgeschlossenen Einladungskarten-Projekts. Hans-Werner Schmidt will die Karten, etwa einhundertfünfzig, in die ständige Sammlung integrieren …“

Jens Rönnau, Kunsthalle zu Kiel: Hans-Peter Porzner und sein Projekt, in: Lübecker Nachrichten, Donnerstag, 2. Oktober 1997, S. 22. „… Stattdessen vollführen Leistungssportler Turnübungen an Seitpferd, Schwebebalke und auf Bodenmatten. Es quietscht und knarrt zur Rede des ‚Direktors‘, der über Kunst, Gesellschaft und Museumsprojeke spricht. …“, ders., Hans-Peter Porzners imaginäres Museum, in: Flensburger Tageblatt, Kiel, Sonnabend, 4.Oktober 1997, SHZ. „Die Kunstwelt ist in Aufruhr. … Da werden für viele hunderttausend Mark Werbe-Anzeigen in Kunstmagazinen geschaltet, … Wirtschaftskonzerne wie Daimler Benz oder die Telekom sponsern das Ganze auch noch mit Summen, von denen manche Museen nur träumen können. Und jetzt kommt jemand in die Kunsthalle nach Kiel und veranstaltet dort eine Ausstellung mit Einladungskarten zu anderen Ausstellungen, … . Stattdessen vollführen Leistungssportler Turnübungen an Seitpferd, Schwebebalken und auf Bodenmatten. Es quietscht und knarrt zur Rede des ‚Direktors‘, der über Kunst, Gesellschaft und Museumsprojekte spricht. …“

Hans-Peter Porzner, Rede zur Ausstellung:

Vernissage am 28. September 1997 in der Kunsthalle zu Kiel um 16.00 Uhr.

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Künstler,

liebe Heide Simonis,

lieber Georg Baselitz,

dies ist eine Ausstellung des Museums für Moderne Kunst München in den Räumen der Kunsthalle zu Kiel. Gezeigt werden Bilder und Skulpturen von Heide Simonis und Georg Baselitz.

Simonis´und Baselitz´ Arbeiten sind im Horizont einer Reflexion des Verhältnisses zwischen Kunst und Alltag zu verstehen. Insofern muß sich auch eine gebrochene Ästhetik artikulieren, d.h. Simonis´und Baselitz´Bilder und Skulpturen arbeiten mit der Dialektik, die Künstler widerfahren, sofern sie die Gesetze des Kunstmarktes nicht beachten. In diesem Sinne sind ihre Bilder „voraus-denkend“.

Ganz konkret ist dies beispielsweise an ihren Kombinationsbildern abzulesen. In der Ausstellung ist eine eigentlich in sich abgeschlossene Reihe von Bildern zu sehen – aber die Bilder sind einzeln zu erwerben.

Diese Bilder wiederholen in ihrem Zusammensein  die Motivik eines ganz bestimmten Bildes: Formenphilosophisch gewendet das Motiv – ein Bild.

Mit dem Herausbrechen eines Bildes entsteht nicht ein Fragment, sondern die Reihe wird neu zusammengefügt. Um eine erneute stimmige Wahrnehmung zu bekommen, werden die Bilder auch auf den Kopf gestellt oder seitlich aufgehängt. Diesem „äußeren“ Prinzip entspricht gegenläufig ein „inneres“. Die Bilder sind in bunten Farben angelegt. Farbschlieren überziehen das Bild – begrenzen es an bestimmten Stellen und öffnen es doch ins Unbegrenzte an anderen Stellen. Man spürt eine Kombination von europäischer Kompositionskunst und amerikanischem All-over und zweitens eine Kombination von gänzlich unterschiedlichen Künstlersprachen, über die Simonis und Baselitz unmittelbar verfügen. Manche Arbeiten zeichnen sich durch eine figurative Gestensprache aus. Dicke schwarze Linien – auch farbige – , Zickzacklinien überziehen das Bild, formulieren einen Figurenkanon. Aber die Bilder werden selten so konkret – genauer: Nur ganz bestimmte Bilder, nur ein ganz bestimmter Kunststil ist so konkret, daß man sagen kann, dies ist ein Gegenstand, dies ist eine Figur, dies sind Figuren im Gespräch.

Ihre Bilder arbeiten mit der Einbildungskraft des Betrachters. Der Betrachter und das Bild ergeben in diesem Sinne erst das „fertige Bild“. Ihre Bilder sind für den Betrachter Anlaß, „sein eigenes Bild“ zu erkennen. Sie eröffnen Projektionsflächen des Betrachters. Der bewußte Betrachter nimmt wahr, daß er mit seinem eigenen Bild konfrontiert wird. Es wird ihm durch die Bilder lediglich zugespielt. Simonis´ und Baselitz´ Bilder sind in einem hohen Maße für den Betrachter in sich beweglich, deshalb nach 1990, wo eine Intensivierung der Vereinzelungsstruktur wahrzunehmen ist, eminent aufklärerisch, d.h. die Bilder spiegeln auf Grund ihrer Offenheit die jeweilige Verfassung des betrachtenden Subjektes. Erst das Gespräch macht diese Offenheit – die möglichen Vereinzelungen sichtbar und, daß es zu diesen Bildern keinen sensus communis unmittelbar geben kann. Erst wenn sich die unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten in ihrer scheinbar totalen Differenz erkennen, stellt sich die Frage nach dem tertium comparationis, nach dem Gemeinsamen der unterschiedlichen Wahrnehmungshorizonte, der unterschiedlichen Wahnehmungsdispositionen. Simonis und Baselitz artikulieren genau diesen Sachverhalt durch die gelassene und zugleich souveräne Geste ohne ihr Dazutun, ohne Einfluß zu nehmen, ihre Bilder von anderen – in diesem Fall von mir – auswählen und hängen zu lassen. Ein anderer Ausstellungsmacher würde aus ihrem Bilderpool einer abstrakten Kombinatorik andere Bilder auswählen, die einen anderen gedanklichen Horizont entfalten.

Diese Interpretation ist ein Ausschnitt der Interpretationsangebote, die dieser Bilderpool unmittelbar darstellt und ermöglicht. Dieser Bilderpool ist unmittelbar dieser Interpretation überlegen. Diese Ausstellung, diese Auswahl der Bilder ist insofern eine Begrenzung ihres Bilderpools. Imaginär löst sich diese Einseitigkeit der Auswahl der Bilder, diese Entscheidung durch andere Ausstellungen aber bereits jetzt auf.

Die Ausstellung ist Raffael, seinem Wek „Die Schule von Athen“, d.h. der „Schule des Imaginären“ gewidmet. Entsprechend der Figurenkomposition „gibt es“ Figuren, die sich zugewendet sind – z.B. Picasso/Braque oder Hans Arp/Günter Fruhtrunk oder Dieter Henrich/Jürgen Habermas: entsprechend „gibt es“ auch Figuren, die zueinander abgewendet sind – z.B. Max Bill/Goya oder Heinrich Böll/Konrad Adenauer.

Die Ausstellung findet statt innerhalb der Ausstellung „Die Schule des Imaginären“ im 2o. Jahrhundert – mit André Malraux, Marcel Broodthaers, James L. Byars, Robert Barry, Ingold Airlines, Servaas und Hans-Peter Porzner.

Die Ausstellung findet innerhalb der Ausstellung „Christian Schad“ statt. Es erscheint ein Katalog mit Texten von Jürgen Morschel, Sabine B. Vogel, Sabine Weder, Gerhard Mack, Francoise Nyffenegger, Peter Winter und Eduard Beaucamp. Gleichzeitig findet die Ausstellung „Christian Schad -Briefmarken“ statt. Zu dieser Ausstellung wird eine eigene Einladungskarte versendet. Diese Ausstellung findet innerhalb der Ausstellung „Raffael – ein Bild des 20. Jahrhunderts“ statt. Parallel hierzu findet im Sprengel Museum die Ausstellung „Christian Schad – zum 100. Geburtstag“ statt. Zeitgleich wird die Ausstellung „Raffael – Symbol und Symbolverlorenheit“ eröffnet. Diese Ausstellung ist noch in der Kunsthalle zu Kiel und in der Nationalgalerie Berlin zu sehen. Es erscheint der Katalog mit einem Text von Gerhard Richter „Zum Verhältnis von Neuer Sachlichkeit und Dada. Zwei gegenläufige Phänomene, die zusammengehören“. Die Medienbiennale Leipzig 1996. Eine Transformationsinterpretation. Dieser Katalog wird von Bruno Krauskopf und Reinhard Müller-Mehlis herausgegeben.

Vgl. hierzu: Thomas Wagner, Eduard Beaucamp, Amine Haase,  Zeitgemäß. Die Ewigkeit war nur von kurzer Dauer, in: FAZ, Feuillteon, Dienstag, 3. Februar 1995, Nr. 34, S. 15, Jordan Mejias, Die Ewigkeit war nur von kurzer Dauer. Wehrlos trotz eindeutigem Testament: In den kommenden Wochen wird die legendäre Kunstsammlung von Albert C. Barnes verpackt und umquartiert. Philadelphia bekommt dann ein normales Museum, in: FAZ, Bilder und Zeiten, Samstag, 18. Dezember 2010, Nr. 295, S. Z3, Tilman Spreckelsen, Seine Augen weit aufgerissen. Zersägt, zerstückelt und wiedervereint: Hans Holbeins Tafelbild „Die graue Passion“ ist nach aufwendiger Restauration erstmals in Stuttgart zu sehen, in: FAZ, Feuilleton, Donnerstag, 2. Dezember 2010, Nr. 281, S. 35, Julian Heynen, Eine Art Freizeizangebot. Jenseits der Leipziger Malerei: Was ist die Salonkunst unserer Tage ?, in: DIE WELT, Feuilleton, Donnertag, 2. Dezember 2010, S. 25, Hans-Joachim Müller, Auf den Gipfeln der Malerei. Berückend: Die Wiener Albertina zeigt neue Berglandschaften des großen Herbert Brandl, in: DIE WELT, Feuilleton, Donnerstag, 9.Dezember 2010, S. 33, Hans Belting, Aby Warburg und die Kulturtechniken. Was heißt es für die Kunstgeschichte als Kunstwissenschaft, dass sich die Erfindung der Perspektive einem arabischen Traktat verdankt, in: FAZ, Geisteswissenschaften, Mittwoch, 24. November 2010, Nr. 274, S. N6 usw.

Diese Ausstellung bemüht sich, das Verhältnis zwischen sogenannter Tiefe und sogenannter Oberfläche kritisch zu beleuchten und ihre jeweiligen ideologischen „Elemente“ aufzuspüren. Kunst machen – trotz der Unmöglichkeit, zu schlüssigen und allgemeingültigen Bildern zu kommen. Das ist das Thema der Projekte und Installationen von Götz Adriani und Uwe M. Schneede. Im Mittelpunkt steht die Diskussion „DER SPIEGEL oder FOCUS“ – „Lüpertz oder Baselitz“. Weiterhin versucht sie aufzuzeigen, inwiefern dieses Thema als ein gesellschaftliches auf der Kunstebene,  der Galerienebene, der Museumsebene jeweils unterschiedlich als ein gleiches Thema erscheint. Aus einem sehr distanzierten und kritischen Blickwinkel heraus entwickeln Michael Werner und Markus Lüpertz in ihren Ausstellungen eine Art sinnlicher Kunsttheorie. Ihr jüngstes Projekt trägt den Titel „Formationen der unmittelbaren Raumstörung“ und findet statt in den Galerieräumen der Gesellschaft zur Förderung der Kunst- und Kulturtherapie (GFKKT) in München  im Kulturstadtteil Haidhausen, Johannisplatz 12. Scheitert die Kunst – die Avantgarde im Sinne Peter Bürgers und Peter Winters, die sogenannte Avantgarde –  an den 90er Jahren? Sind heute oder damals andere Gedanken wichtig, andere Problemfelder vorrangig, im Kopf , oder liegt das Zurückgehen des Interesses an der Kunst, an der langweilig gewordenen Kunst selbst (vgl. z.B. Internet)  oder an der (Gesellschaft)? In diesem Zentrum wird Kunst als Therapieform eingesetzt. Michael Werner und Eduard Beaucamp haben Arbeiten anonymer Teilnehmer an solchen Kursen ausgewählt und ihre Bilder verschiedenen prominenten Photokünstler wie Cindy Sherman, Bernhard Prinz, Jeff Koons oder Clegg & Guttmann (vgl. Prospekt 1996, Frankfurt a. M.) zugeordnet. Die Ausstellung hat den Untertitel „Huldigung an Arnold Gehlen“ und wird von der AOK finanziert. Diese technologische Installation (Michael Werner) wurde in einer anderen Explikation im Kunstbureau Freilassing, ebenso 1993, bereits gezeigt. Welche Gegenstrategien bieten sich an? Weitermachen? Qualität? Aufhören? Schnellere Rhythmisierung der Ausstellungen? Mehr Ausstellungen – geringere Qualität? Erholungsphase? Neubeginn oder Erschöpfung? Mehr Ausstellungen – geringere Qualität, um uns zu wiederholen? Ab wann kann man von einer Ausstellung sprechen? Wie „funktioniert“ der Aufbau von Publikum? Dahinter steckt die provozierende These: Würden diese Künstler (Stichwort Schematismus) malen, sähen ihre Bilder so aus wie diese der engagierten Laien. Oder ist dieserProzeß umkehrbar? Oder liegen die kommenden Möglichkeiten der Kunst in der Sprache der Neuen Medien? Weltweite Vernetzung – anders gewendet: Freizeitpark kontra sinnlicher Erfahrung – auf Kosten der ausgeklammerten Öffentlichkeit? Ideologie des scheinbaren, des kleinen Glücks? Romantik? Neue Elite? Kunst als umfassende Therapieform in einer Gesellschaft, deren Komplexität sich längst jeder künstlerischen Aneignung entzieht? Reproduktionen von soziologischen Binsenweisweiten? (Vgl. hierzu: Stephan Schmidt-Wulffen, Käse statt Askese. In: DER SPIEGEL, 22/1996, S. 212). Second Hand-Formationen? Triumph welcher Sprache? Warum läßt sich – die moderne Kunst gegenüber technologischen Neuerungen in die Rolle eines Reagierenden drängen? Dux und Comes im 20. Jahrhundert? Reflex? Mimesis? Hat die Kunst gegenüber dem sogenannten Symbolischen „verloren oder gewonnen“, gegenüber Sprache und Politik, gegenüber diesen Medienlandschaften (Hans-Georg Gadamer) und ihren jeweiligen Tyconen? Ideologie der – scheinbaren Singularität. Ihre Ausstellungen sind keine sinnlichen Vergnügungen, sondern sind Statements, deren negativistische Schärfe von mal zu mal zunimmt. Ist die Rede von den Subsystemen nicht schon längst von einem Neu-Substanzialismus (Thomas Lehnerer, J.L. Byars) unterschiedlichster Prägung abgelöst. Bleibt abzuwarten, wie weit sie bereit sind zu gehen, um eine Grenze zu überschreiten, sie zu bestätigen, um vor ihr in eine Vergangenheit, sie vergröbernd, zurückzuweichen, um sie zu verdrängen oder naiv, anmutig und reflektiert in einem als solche und in einem  gar nicht mehr wahrzunehmenden Sinne, in einem höchst differenzierten kommensurablen Maß zu erkennen. (Vgl. hierzu: Jürgen Wesseler, Hans J. Manske und Ivan Illich, Negativität und Positivität – gesellschaftliches Zuspiel und Status Quo, München 1993, S. 134f., Reinhold Happel, Geschichte Ideologie Präzisierung, Essen 1996, S. 423-428, Wulf Herzogenrath, Fluchtlinien, München 1996, S. 47-52, Thomas Deecke, Das Naive und das Anmutige, Berlin 1992, S. 70f., Christine Hopfengart, Was heißt Reflexion? Phänomenologie der Vernuft – Vernuft der Phänomenologie, Freiburg 1996, S. 338-378, Joachim Krüper, Strategien der Nachahmung am Beispiel von Arnold Schwarzenegger, Stuttgart 1996, S. 417, Martin Warnke, Publikum und Installation – Eingrenzung, Ausgrenzung, Präsentation, Hamburg 1994, S. 110-128, Lucius Grisebach und Martin Hentschel, An welcher Stelle?, Freiburg 1995, S. 28f., Brigitte Reinhardt, Phänomenologie nach 1990. Hrsg. von Heinrich Rombach und Wolfgang Welsch, München 1992, S. 438f., Stephan Berg, und Udo Kittelmann, Malerei und Installation – Bruchstellen des Übergangs. In: Ausstellungskatalog „Orte der Kunst“1. 4-27. 6. 1995, Sprengel Museum Hannover, hrsg. von Ulrich Krempel und Joachim Kreibohm, Hannover 1995, S.128-142, Nicolaus Schafhausen, Präsentation eines Kunstpublikums – Installation und Publikum, Objekt und Selbstobjekt, Stuttgart, 1996, S. 12-17, Harald Welzer und Dietmar Elger, Identität und Auflösung nach 1990, Berlin 1996, S. 7-9, Dieter Honisch, Formationen des Konkreten nach 1990, Berlin, New York 1996, S. 17-43, Raimund Stecker und Lutz Casper, Metaphysik nach 1990, in: Symbol und Gegensymbol der Zeit. Hrsg. von Barbara Heuss-Czisch und Peter Vetsch, Stuttgart 1996, S. 80-104, Hans-Werner Schmidt und Armin Zweite, Typen des Transzendentalen und Typen der Erfahrung – Formationen der sinnlichen und vernünftigen Präsenz. Soziologie und Philosophie nach 1990, Hamburg 1996, S. 4-81).

Innerhalb dieser Ausstellung findet die Ausstellung „Ready-mades nach 1990. Oder: Ich suche nicht – ich finde“ statt. An dieser Ausstellung wirken mit: Carin Kuoni, Matthias Vogel, Joachim Krüper, Wolfgang Clement, Karl Ruhrberg, Michael Müller und Dietrich Wappler.

Diese Ausstellung findet innerhalb der Ausstellung „Raffael“ statt. Gleichzeitig wird die Ausstellung „Charisma und Alltag – Rückgaben“ in der Getränkegalerie Walter  Fischer, Brahmsstr. 7, 81677 München, Tel. 089/47 12 79 eröffnet und live übertragen. Bereits in den 80er Jahren konnte man die Zielperspektive erkennen: Zurücknahme des bloß Objekt-Gefundenen. An der Ausstellung wirken mit: Claudia Jolles, Andreas Balze, Horst Münch, Gerhard Merz, Valie Export, Stefan Germer, Thomas Schütte, Andreas Slominski, Hans Rudolf Schneebeli, Martin Kunz, Isabelle Graw, Hanne Weskott, Jana Sterbak, Manfred Stumpf, Georg Baselitz und Heide Simonis.

Zugleich findet die Ausstellung „Intensivierungen des Ready-mades“ statt. An der Ausstellung wirken mit: Jenny Holzer, Thomas Huber, Georg Baselitz, Katharina Fritsch, Ilya Kabakov, Ludger Gerdes, A.R. Penck, Markus Lüpertz, Salomé, Jeff Koons, Joseph Kosuth und Ulrich Rückriem.

Parallel zur Ausstellung findet die Ausstellung „Hans Arp – skulpturales Denken zwischen Ready-made, Montage und Werk “ statt. Es erscheint ein Katalog mit Texten von Brigitte Reinhardt und Christine Hopfengart „Kreisprozesse – Dürer Hegel Arp Hegel Dürer“.

Innerhalb dieser Ausstellung findet in der Abteilung „Bedeutende Sammlungen“ die Ausstellung  „Bedeutende Sammler Teil 3“ statt. Die Ausstellung findet parallel im Neuen Museum Weserburg Bremen und in der Kunsthalle Bremen statt. Die Künstler sind anwesend. Es erscheint ein Katalog mit Texten von Jochen Gerz (Paris), Wojciech Bruszewski (Lodz, Polen), Nam June Paik (New York), Allan Kaprow (Encinitas, USA), Bruce Nauman (USA) und Josef Rabakowski (Lodz, Polen). Die ewige Wiederkehr der Angleichung. Zur Ideologie naturalisierter Prozesse am Beispiel der Kunst der digitalen Technologie.  Vgl. hierzu die Anzeige  in der Kunstzeitschrift ARTIS 6/96, S. 24 Werbung, Bruno Krauskopf, Kunst und Alltag, 1923, Öl auf Leinwand, 177 x 116 cm. Es erscheint ein Katalog mit einem Text von Peter Schumpeter. Angst vor Technik? – Romantik und Gegenromantik. Angst vor Technik? Wiederholung! Nur für sich. An der Ausstellung wirken mit: Wolf Vostell, Felix Droese, Mike Kelley, Rudolf Bonvie, Claes Oldenburg, Nancy Spero, Thomas Locher, Gerwald Rockenschaub, Hermann Pitz, Raimund Kummer, Roman Opalka, Dieter Fröhlich, Jürgen Klauke, Julian Schnabel, Achim Bertenburg, A. Korpys/M. Löffler, Jürgen Partenheimer, Norbert Prangenberg, Kiki Smith und Hermann Stuzmann.

Die Ausstellung wird durch mehrere Referate begleitet: Bernhard Prinz, Soziologische Spielereien der 90er Jahre, Lukas Einsele, Die Kunst in dürftiger Zeit – Multikulti, Tradition, Cyberspace, High-Tech, Öko, weiter-so, no-future, Stefan Balkenhol, Das Verschwinden analytischer Fähigkeiten, Protoplast, Die Suche nach dem permanent Neuen – nichts Neues, Beat Zoderer, Das Geschäft mit der Krise, Stefan Demary, Die 60er und die 90er Jahre, Volker Hildebrandt, Die Neuen Medien. Digitale Technologie, Jürgen Olbrich, Technik – Religion – Macht, Elisabeth Bartling, Die Zweidrittelgesellschaft und die Eindrittelgesellschaft, Jochen Twelker, In der Verkürzung … Realismus, Manfred Holtfrerich, Struktur und Sprache der Neuen Sachlichkeit – Christian Schad, Reinhard Müller-Mehlis, Über Bruno Krauskopf. Ort und Zeit werden noch angekündigt.

Gleichzeitig findet innerhalb dieser Ausstellung die Ausstellung „123 Jahre Bildpostkarte – der Sonnenuntergang“ statt. Diese Ausstellung findet in der Kunsthalle Nürnberg und in der Hauptpostzentrale Nürnberg statt. Die Ausstellung wird unterstützt vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, vom Siemens Kulturprogramm, München, vom Kulturamt der Stadt Essen, vom Kunstfonds e.V., Bonn, vom Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe, vom Auswärtigen Amt, Bonn, von Nürberg-Hotels, Deutschland, von der Telekom, Nürnberg, von der Deutschen Post AG, von der Lufthansa AG. 

Es erscheint der Katalog „ich – nur für mich“ mit Texten von Theresa Huber, Tobias Rehberger, Christian-Philipp Müller, Ingeborg Gabriel, Thomas Ruff, Michael Krebber, Fareed Armaly und Ulrike Holthöfer. Einladung zur Ausstellung „123 Jahre Bildpostkarte“: Abb. von R. K. Merton, Bildpostkarte – mittlere Allgemeinheit, Öl auf Leiwand, 1967, 14,5 x 10,5 cm. Zu sehen sind Sonnenuntergänge.

Es erscheint ein Katalog mit Texten von Richard W. Gassen, Hans Gercke und Lucius Grisebach, Spracherweiterung und Konzept. Die Neuen Medien und das Allgemeine – zu diesem Anlaß erscheint der Sonderbriefmarkensatz „Für die Kunst“ mit Motiven von Günter Fruhtrunk, Hans Arp, Max Bill, Francisco de Goya, Heide Simonis und Georg Baselitz.

Begleitend zur Ausstellung finden folgende Vorträge statt: Prof. Dr. Bernhard Lypp, Unendlicher Progreß und unendlicher Regreß, Prof. Dr. Thomas Lehnerer, Unendliche Prozesse – Kunst als Selbsttherapie, Prof. Dr. Johannes Königshausen, Von Heraklit bis Hegel – Prozesse der vernünftigen Begrenzung, Prof. Dr. Rudolf Berlinger, Gefährliche Selbstexperimente zwischen Ideologie und Anfang, Prof. Dr. Boris Groys, Markierung und Authentizität? – Spuren eines Neo-Kantianismus, Prof. Dr. Jürgen Habermas, Der Wiener Kreis und die Wiener Flucht aus dem Resultat der halbierten Vernunft 1910-1990, Prof. Dr. Dieter Henrich, Weder-Noch, Und, Oder, Sowohl – Als auch, Prof. Dr. Günter Rohrmoser, Die moderne Kunst in Wien und der Positivismus – Egon Schiele, Ludwig Wittgenstein, Sigmund Freud, Emanuel Lasker, Albert Einstein, Prof. Dr. Wolfgang Welsch, Trans(X), Prof. Dr. Daniel Spoerri, Wolpertinger und Kubismus, Prof. Dr. Robert Spaemann und Prof. Dr. Thomas Lehnerer, Das große Glück nach Albrecht Dürer – Anthropologie, Phänomenologie, Sprache und Ideologie nach 1990, Prof. Dr. Hans-Georg Gadamer, Frühmensch, Spätkultur, Technik und Therapie – Schematismus, Romantik, Technik, Therapie, Extremum, Horizontverschmelzung, Prof. Dr. Jürgen Mittelstraß, Innen- Außenprojektionen und Tod, Prof. Dr. Arnold Gehlen, Geschichte und Soziologie nach 1990, Prof. Dr. Helmut Schelsky, Gesellschaft und Leiden im 19. und 20. Jahrhundert, Prof. Dr. Karl Löwith, Skulpturen des Fleisches.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit

Presse (Auswahl – aus dem Archiv)

Peter Dittmann, Alte Meister, teure Meister? In der nächsten Woche laden Sotheby´s und Christie´s zu ihren Altmeister-Aktionen. Das läßt auf hohes Interesse hoffen. Der Markt ist allerdings instabil, in: WELT AM SONNTAG, Kunstmarkt, 2. Juli 2006, Nr. 27, S. 72, Johann Schloemann, Ruhig Brauner! Brich nicht den Frieden! Der Germanist Ernst Osterkamp wittert in einem Münchner Vortrag das Pferd als Metapher des modernen Aufbruchs, in: SZ, Donnerstag, 8. Juli 2010, Nr. 154, S.13, Mit Galopp ins Museum , in: DER SPIEGEL, Ausstellungen, 27/2006, S. 124, Hannes Stein, Cortez siegte im Sattel. Wie sich der Mensch das Pferd dienstbar machte, erzählt das American Museum of Natural History, in: DIE WELT, Feuilleton, Freitag, 29. August 2008, S. 30, Gerhard Charles Rump im Gespräch mit Cay Sophie Rabinowitz, Der Immobilien-Chrash stört nicht. Der Kunstmarkt setzt nicht auf Hype, sondern auf stetiges, gesundes Wachstum, sagt Cay Sophie Rabinowitz vom neuen Leitungsteam der „Art Basel“, in: DIE WELT, Feuilleton, Mittwoch, 9. April 2008, S. 28, Jörg Heiser, Es geht ans Eingemachte. Immer mehr Galerien kommen nach Berlin – und beileibe nicht nur aus Köln. Droht eine Übersättigung?, in: SZ, Kunstmarkt, Samstag/Sonntag, 5./6. April 2008, Nr. 80, S. 20, Interview Holger Liebs, Mies van der Rohe im Todesstreifen. Out-of-body-Erfahrungen, Roboter und Voodoo-Rituale: Elena Filipovic und Adam Scymczyk über die 5. Berlin-Biennale, in: SZ, Feuilleton, Mittwoch, den 12. März 2008, Nr. 61, S. 12, Bettina Krogemann, Witwen-Sekt im Wüstensand. Die „Art Dubai“ verdoppelt die Teilnehmer und steigert die Qualität. Indische Kunst erzielt hohe Zuwachsraten, in: DIE WELT, Kunstmarkt, Samstag, 29. März 2008, S. 30. „… Deutschland war mit sechs Galerien im Programm. Neben Sfeir-Semler (Hamburg, Beirut), Thomas und Tanit (beide München) waren heuer auch Volker Diehl (Berlin), Michael Schultz (Berlin, Seoul, Bejing) und die Produzentengalerie aus Hamburg dabei. Aus Österreich reisten Christiane König, Gabriele Senn, Krinzinger und MAM Maurio Mauroner an. Jörg Paal von der Galerie Thomas bemerkte im Vergleich zum Vorjahr als erstes eine bessere ‚Professionalisierung in den logistischen Abläufen‘. … Ein verlockender Blickfang bei Diehl kam ebenfalls aus Indien, die mit vielen Brillanten besetzte Brosche in Weißgold ‚Don´t steal my happiness‘ von der 1976 geborenen Shilpa Gupta aus dem Jahre 2007 … „, DW, Kunstmarkt, Neuer Chef für Art Cologne, Vorgänger geht zu de Pury. „Daniel Hug heißt der neue Chef der Kunstmesse Art Cologne … „, BMW beendet Sponsoring der Art Basel und Miami Beach. “ … BMW beabsichtigt, das Kulturengagement in anderer Form fortzusetzen.“, beide in: DIE WELT, Feuilleton, Donnerstag, 27. März 2008, S. 25, Jörg Häntzschel, Jetzt mal ganz vorsichtig. Kraftmeierei? Mangelware. Die diesjährige Whitney-Biennale in New York tastet sich an eine Kunst des Sozialen heran, in: SZ, Feuilleton, Donnerstag, 6. März 2008, Nr. 56, S. 11. „Den meisten übrigen Künstlern wären derart klare, fast konventionelle Erzählformen schon unheimlich gewesen. Viele von ihnen zeigten hübsche Collagen aus Fotokopien, Textfetzen und Post-its – Pinnwandmaterial, zu dem dem Rest der Welt aber der Schlüssel fehlt. Am Ende, bei Francis Stark etwa, bekommt dieses lässige Vorführen von illustrem Quellenmaterial aber etwas Eitles. Adler Guerrier benutzte eine ähnliche, wenn auch elaborierte Version dieser Assemblageformen, um die berüchtigte Trockenheit der ‚Archivkunst‘ zu überwinden. Er erzählt in Fotos, Zeichnungen und Videos den Niedergang eines Schwarzenviertels in Miami aus der Sicht der fiktiven Künstlergruppe ‚Blick‘. Doch der Versuch einer anderen Geschichtsschreibung löst sich ganz in Ästhetik auf.“, Jordan Mejias, Wenn Damen aus der Zeit fallen. Einundachtzig Künsler suchen auf der Whitney-Biennale 2008 in New York nach einem Kozept. Geht das?, in: FAZ, Feuilleton, Montag, 10. März 2008, Nr. 59, S. 35. „Nehmen wir etwa die Installation des in Peru geborenen und jetzt in den Vereinigten Staaten lebenden Künstlers William Codova. Sie besteht aus einem architektonischen Holzskelett, das gewissenhaft dem Grundriss eines von Frank Lloyd Wright für Fred Hampton und Mark Clark entworfenen Hauses folgt. So behauptet es jedenfalls der ausführliche Werktitel. Wer Wright war, können wir uns selbst dazureimen. Wer aber waren noch einmal Hampton und Mark? Um zu erfahren, das die beiden Herren den ‚Black Panthers‘ angehörten und bei einer Razzia ihrer Wohnung in den frühen Morgenstunden von Chicagoer Polizisten getötet wurden, damals, im Jahre 1969, muss der Besucher sich bereits ein wenig tiefer in die Materie einarbeiten. … Im Imponierpomp des neunzehnten Jahrhunderts hinterlässt nun der Kultfilm ‚Scarface‘ seine poppigen Spuren, und unter gnädig verstaubten Jagdtrophäen leuchten die Neonröhren einer von Eduardo Sarabia eingerichteten Bar. Ist die Kunst schon im Whitney Museum kräftig in Bewegung geraten, gerät sie inder Armory endgülig außer Rand und Band. Performances, Gespräche, Behandlungen unter künstlerischer Hypnose und Möglichkeiten zur Übernachtung inmitten von Kunst und Künstlern stellt das Programm in Aussicht. Ausstellungen, Vorstellungen, Zurschaustellungen, alles geht ineinander über. Und das bei freiem Eintritt. Auch ein Konzept.“, Eva Karcher, Wo gehobelt wird … So macht´s das Ausland: Die ‚Arco‘ in Madrid globalisiert sich – und siehe da: Vor allem deutsche Galerien zieht es nach Spanien. In: SZ, Kunstmarkt, Samstag/Sonntag, 16,/17. Februar 2008, Nr. 40, S. 18, Arnold Bartetzky, Kurven des Lebens. Die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich würdigt den Architekten Oscar Niemeyer, in: FAZ, Feuilleon, Dienstag, 20. November 2007, Nr. 270, S. 37,  Peter Rawert, Sammlers Tod. Verkaufen? Vererben? Stiften? Jeder nimmt gern große Kunst. Aber auch Ritterkreuze und Weihnachtsmänner suchen ein Zuhause. In: FAZ, Kunstmarkt, Samstag, 20. September 2008, Nr. 221, S. 41, Ulrike Knöfel, Hokuspokus aus Germania. Deutschland wird sich auf der Biennale in Venedig ungewohnt frisch und gewitzt geben – mit Hilfe der beiden Künstler-Jungstars Thomas Scheibitz und Tino Sehgal, in: DER SPIEGEL, Kunst, 21/2005, S. 150. “ Das sei schon die falsche Frage, findet Julian Heynen; Venedig sei toll, diese Stadt, die Lagune, das Wetter, das alles sei nicht zu toppen. ‚Der ganze Ort ist eine wunderbare, gut ausgeleuchtete Bühne für die Kunst‘ schwärmt der Mann – der traditionelle Ländervergleiche diene zwar immer noch als Raster, aber die meisten Nationen seien doch zum Glück seit langem darüber hinaus, ihn bierernst zu nehmen.“, Alexander Menden, Vampir vor violettem Himmel. Die Tate Britain zeigt eine großartige Werkretrospektive des Malers Peter Doig, in: SZ, Feuilleton, Mittwoch, 13. Februar 2008, Nr. 37, S.13. „Doig befreit das Boot aus dem Zusammenhang der ursprünglichen Inspirationsquelle – der letzten Szene des Horror-Films ‚Freitag der 13.‘ – und macht es zur universellen Chiffre für Tod und Einsamkeit, aber auch für romantisches Naturidyll.“,  Swantje Karich, Mit dem Händchen für neue Talente. Endlich eine wirklich junge Messe: Die neunte Ausgabe der Art Rotterdam setzt radikal auf Gegenwart, in: FAZ, Kunstmarkt, Samstag, 9. Februar 2008, Nr. 34, S. 43.

Diese Rede wurde in erweiterter Fassung auch  im Kunstverein Ruhr, Essen anlässlich der Eröffnung der Ausstellung “ Ein Tag später“gehalten (siehe unten http://wp.me/p18IP5-7L, vgl. auch: http://wp.me/p18IP5-75 ).

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Über Hans-Peter Porzner

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